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VERSICHERUNGSRECHTLICHE ASPEKTE

Newsticker zum Coronavirus

16.03.2020

Versicherungsschutz für die Folgen des Coronavirus – ein Leitfaden

Betroffene Unternehmen oder Selbständige stellen sich angesichts der Auswirkungen des Coronavirus die Frage, ob der damit verbundene Schaden (Betriebsunterbrechung) vom Versicherungsschutz der Firmenpolice erfasst ist. Mit dem nachfolgenden Leitfaden soll zunächst ein Überblick gewährt werden:

 

Grundsatz

Der Umfang des Versicherungsschutzes bestimmt sich – für jeden Einzelfall – nach der Ausgestaltung des Versicherungsvertrages. Zu prüfen ist daher zunächst, welche Risiken gemäß dem Versicherungsschein und den maßgeblichen Versicherungsbedingungen vom Versicherungsschutz überhaupt umfasst sind.

 

Inhaltsversicherung

Über die Geschäftsinhaltsversicherung besteht Versicherungsschutz für Sachschäden – diese werden vom Coronavirus (wohl) nicht verursacht. Im Übrigen ist die versicherte Sache (nur) geschützt bei der Beschädigung oder Zerstörung durch eine im Versicherungsvertrag benannte Gefahr (z.B. Feuer, Leitungswasser, Sturm,…). Im Rahmen der Deckung für unbekannte Gefahren sind Schäden durch Mikroorganismen in den Bedingungen meist ausgeschlossen.

 

Betriebsunterbrechungs-/ Ertragsausfallversicherung

Auch durch vorbenannte Policen werden Betriebsschließungen infolge des Coronavirus regelmäßig nicht abgedeckt. Ausweislich der Überwiegenden Versicherungsbedingungen besteht Versicherungsschutz vielmehr nur, wenn der Betrieb infolge eines Sachschadens (siehe Inhaltsversicherung) unterbrochen wird.

 

Betriebsschließungsversicherung

Ob Versicherungsschutz über eine etwaig bestehende Betriebsschließungsversicherung besteht, ist – wiederum – von der konkreten Ausgestaltung des Vertrages oder der Bedingungen abhängig. In einer Vielzahl von Versicherungsbedingungen sind die Krankheiten, die vom Versicherungsschutz umfasst sind, explizit und abschließend genannt. In der Regel greift die Betriebsschließungsversicherung zudem nur dann, wenn eine Behörde einen Betrieb schließt.

 

Risikoausschluss

Seit dem 11.03.2020 hat die WHO das Coronavirus (COVID-19) offiziell als Pandemie eingestuft. Die Mehrheit der Versicherungsbedingungen enthält einen Deckungsausschluss für die Folgen von Pandemien. In diesem Fall besteht für Versicherungsfälle, die nach dem 11.03.2020 eintreten, ein Deckungssausschluss.

 

Handlungsempfehlung

Betroffene Unternehmen oder Selbständige sollten frühzeitig und unter Hinzuziehung eines Fachkundigen ihre Versicherungspolice auswerten. Soweit demnach Versicherungsschutz bestehen sollte, sind von dem betroffenen Versicherungsnehmer meist Anzeige- und Mitwirkungsobliegenheiten zu erfüllen. Die Maßnahmen sollten vom Versicherungsnehmer sorgfältig dokumentiert werden. Zudem empfiehlt sich im Versicherungsfall eine schnellstmögliche und umfassende Zusammenarbeit mit dem Versicherer.

 

Martin Volkmann
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht

 

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