Quick Navigation
Für Sie erreichbar.
E-Mail: info@bskp.de

ENT­GELT­GLEICH­HEIT VON MÄN­NERN UND FRAUEN

Arbeitsrecht Ratgeber Recht

Eine Frau hat Anspruch auf glei­chen Lohn für glei­che Arbeit, wenn ein Arbeit­ge­ber männ­li­chen Kol­le­gen ein höhe­res Gehalt bezahlt. Es darf nicht vom Equal-Pay-Grund­satz abge­wi­chen wer­den, nur, weil ein männ­li­cher Kol­le­ge ein höhe­res Gehalt for­dert und der Arbeit­ge­ber dem nachgibt.

So hat das BAG am 16.02.2023 entschieden.

Die Klä­ge­rin war seit dem 01. März 2017 als Ver­triebs­mit­ar­bei­te­rin bei einem Metall­un­ter­neh­men in Mei­ßen bei Dres­den beschäf­tigt und for­der­te von ihrem Arbeit­ge­ber die Zah­lung von Dif­fe­renz­be­trä­gen zwi­schen ihrem Gehalt und dem ihres männ­li­chen Kol­le­gen. Die­ser erhielt in der Zeit von März bis Okto­ber 2017 ein höhe­res Gehalt in Höhe von monat­lich 1.000,00 Euro brut­to, für den Monat Juli 2017 in Höhe von 500,00 Euro brut­to sowie für die Zeit von August 2018 bis Juli 2019 in Höhe von monat­lich 500,00 Euro brut­to. Die­se höhe­re Ver­gü­tung erfolg­te, obwohl bei­de glei­che Arbeit leis­te­ten und eine nahe­zu iden­ti­sche Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit auf­wie­sen. Daher for­der­te die Klä­ge­rin die­se Dif­fe­renz­be­trä­ge und eine Ent­schä­di­gung, da sie wegen ihres Geschlechts unge­recht­fer­tigt benach­tei­ligt wor­den sei.

Sowohl das Arbeits­ge­richt Dres­den als auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt Sach­sen ent­schie­den zunächst, dass die unglei­che Höhe der Ver­gü­tung gerecht­fer­tigt sei, da das Inter­es­se des Unter­neh­mens an der Mit­ar­bei­ter­ge­win­nung die Gehalts­un­ter­schie­de recht­fer­ti­ge. Die Mit­ar­bei­ter­ge­win­nung sei ein objek­ti­ves Kri­te­ri­um und der männ­li­che Kol­le­ge sei nur zu dem höhe­ren Gehalt bereit gewe­sen, den Job anzunehmen.

Das BAG gab der Klä­ge­rin nun Recht. Sie sei auf­grund ihres Geschlechts benach­tei­ligt wor­den, weil ihr trotz glei­cher Arbeit ein nied­ri­ge­res Grund­ge­halt gezahlt wor­den sei. Daher habe Sie einen Anspruch auf das glei­che Grund­ge­halt wie ihr männ­li­cher Kol­le­ge, mit dem sie sich ver­glei­chen könne.

Die Ver­mu­tung, dass eine Benach­tei­li­gung auf­grund des Geschlechts gem. § 22 AGG vor­liegt, sei durch das nied­ri­ge­re Gehalt für glei­che Arbeit begrün­det. Es sei dem Arbeit­ge­ber hier nicht gelun­gen, dies zu wider­le­gen. Der beklag­te Arbeit­ge­ber berief sich dar­auf, dass das höhe­re Grund­ge­halt des männ­li­chen Kol­le­gen nicht auf das Geschlecht, son­dern auf des­sen bes­se­res Ver­hand­lungs­ge­schick zurück­zu­füh­ren sei. Dies über­zeug­te das BAG aller­dings nicht und ent­schied, dass sich der Arbeit­ge­ber nicht mit Erfolg auf eine bes­se­re Gehalts­ver­hand­lung beru­fen könne.


Wei­te­re Nachrichten …