VORSICHT, HAFTUNGSFALLE BEI VORSORGEVOLLMACHTEN: RECHENSCHAFTSPFLICHT GEGENÜBER DEN ERBEN

Familien- und Erbrecht Ratgeber Recht

Die Fachanwälte und Mediatoren Kerstin Rhinow-Simon und Frank Simon (vom Focus auch 2018 ausgezeichnet als Deutschlands Top-Anwälten im Erb-, Familien- und Sozialrecht) geben praktische Tipps und Empfehlungen:

Muss der Bevollmächtigte gegenüber den Erben Auskunft über Kontoabhebungen und den Verbleib der Gelder erteilen?

Ja, da bei einer Vorsorgevollmacht in der Regel nicht bloß ein Gefälligkeitsverhältnis vorliegt, sondern ein Auftragsverhältnis. Häufig gelingt dieser Nachweis nicht, da der Bevollmächtigte weder Buch geführt noch Belege aufbewahrt hat und die Verfügungen lange zurück liegen. Die Rechenschaftslegung verlangt im Übrigen nicht nur die Vorlage von Belegen, sondern eine geordnete Zusammenstellung aller Einnahmen und Ausgaben.

Was passiert, wenn der Nachweis nicht erbracht werden kann?

Dann kann der Bevollmächtigte von den Erben auf Herausgabe bzw. Ersatz verklagt werden. Dies gilt auch, wenn beispielsweise Sparbücher oder Depots mit der Vollmacht aufgelöst wurden.

Besteht die Auskunfts- und Rechenschaftspflicht in jedem Fall?

Erfolgt die Erteilung der Vollmacht ausnahmsweise aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses z. B. unter Ehegatten, wird ein Auftragsverhältnis im Einzelfall durch die Rechtsprechung verneint. Es besteht dann keine Verpflichtung gegenüber den Erben.

Was ist dem Bevollmächtigten zu raten?

Der Bevollmächtigte sollte sorgfältig über die Ausgaben und Abhebungen Buch führen, sich Barauszahlungen quittieren lassen und die Belege aufbewahren. Anderseits kann der Vollmachtgeber in einem gesonderten Vertrag regeln, dass bei monatlichen  Bargeschäften bis zu einem bestimmten Betrag keine Nachweispflicht des Bevollmächtigten gegenüber den Erben besteht. Muster von Vollmachten, beispielsweise aus dem Internet, sollten nicht ohne Prüfung verwendet werden. Eine Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht ist auf jeden Fall zu empfehlen.


Veranstaltungstipps

Diese und weitere Fragen werden in dem Vortrag zum Thema „Richtig vorsorgen: Testamente und Vorsorgevollmachten“ am Dienstag, dem 12.03.2019, 18 Uhr in den Räumlichkeiten von » BSKP in Dresden beantwortet. Wir bitten um vorherige Anmeldung per Online-Formular in unserem » Terminkalender oder per Telefon unter 0351/318900.

Am Mittwoch, dem 13.03.2019 wiederholen wir die Veranstaltung um 18 Uhr bei » BSKP in Freiberg. Auch hierfür bitten wir um Anmeldung per Online-Formular in unserem » Terminkalender oder per Telefon unter 03731/26600.

 

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