RAT VOM FACHANWALT: VORSICHT BEIM BERLINER TESTAMENT!

Familien- und Erbrecht Ratgeber Recht

Die Fachanwälte und Mediatoren Kerstin Rhinow-Simon und Frank Simon (laut Focus gehören sie nach 2015, 2016 sowie 2017 erneut zu Deutschlands Top-Anwälten im Erb-, Familien- und Sozialrecht) geben praktische Tipps und Empfehlungen:

Profitieren beim Berliner Testament möglicherweise Kinder aus anderen Beziehungen?
Dies ist gut möglich, da die Erbschaft mit dem Eigenvermögen des längerlebenden Ehegatten verschmilzt. In diesem Fall profitiert unter Umständen das Kind aus einer vorherigen Beziehung oder Ehe auch vom Nachlass des zuerstverstorbenen Ehegatten. Durch eine geschickte Testamentsgestaltung lässt sich dies umgehen.

Können Kinder nach dem Tod des zuerstversterbenden Elternteils ihren Pflichtteil fordern?
Ja, dies ist möglich. Durch eine Pflichtteilsstrafklausel oder die Anordnung von Vermächtnissen kann den Kindern die Motivation zur Geltendmachung des Pflichtteils allerdings genommen werden. Entscheidend ist die richtige Formulierung im Testament.

Muss in einem Ehegattentestament auch eine Regelung zur Wiederheirat enthalten sein?
Häufig wünschen die Ehegatten, dass für den Fall der Wiederheirat bereits zu diesem Zeit-punkt auch oder sogar ausschließlich die gemeinsamen Kinder begünstigt werden sollen. Es besteht grundsätzlich die Gefahr, das Vermögen des Zuerstverstorbenen an den neuen Ehe-partner oder, wenn aus der Ehe sogar weitere Kinder hervorgehen, an diese abfließen kann. Eine Regelung im Testament kann diese Gefahr verringern.