PFLICHTTEIL, TESTAMENT, VORSORGEVOLLMACHT

Familien- und Erbrecht Ratgeber Recht

Die Fachanwälte und Mediatoren Kerstin Rhinow-Simon und Frank Simon (laut Focus gehören sie auch 2018 zu Deutschlands Top-Anwälten im Erb-, Familien- und Sozialrecht) geben praktische Tipps und Empfehlungen:

Stimmt es, dass das notarielle Testament günstiger ist?
Nein, diese Aussage ist so pauschal nicht zutreffend. Der Rechtsanwalt kann entgegen dem Notar einen individuellen Preis für die Erstellung des Testaments vereinbaren. Häufig wird zusammen mit einer Vorsorgevollmacht ein Paketpreis vereinbart, der gerade bei mittleren und hohen Vermögen deutlich günstiger sein kann.

Werden Schenkungen zu Lebzeiten bei der Erbauseinandersetzung mit berücksichtigt?
Ja, dies ist möglich, sogar wenn beispielsweise ein Kind oder ein Ehegatte als Erbe eingesetzt worden ist. In diesem Fall werden alle Schenkungen während der letzten zehn Jahre berücksichtigt. Bei Schenkungen unter Ehegatten werden alle Schenkungen während der Ehe berücksichtigt, selbst wenn diese 20 oder 30 Jahre zurückliegen.

Sind Pflegeleistungen eines Kindes bei der Erbauseinandersetzung mit zu berücksichtigen?
Ja, eine Berücksichtigung kommt allerdings nur unter Abkömmlingen in Betracht, die entsprechend der gesetzlichen Erbfolge erben. Insofern ist dringend eine ausdrückliche Regelung im Testament zu empfehlen. Der Rat eines Fachanwalts für Erbrecht sollte bei der Erstellung von Testamenten unbedingt eingeholt werden. Auszugleichen sind auch Pflegeleistungen, die ein Abkömmling für den vorverstorbenen Elternteil erbracht hat.


Veranstaltungstipps

Diese und weitere Fragen werden in dem Vortrag zum Thema „Richtig vorsorgen durch Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament“ am Dienstag, dem 16.04.2019, 18 Uhr in den Räumlichkeiten von » BSKP in Dresden beantwortet. Wir bitten um vorherige Anmeldung per Online-Formular in unserem » Terminkalender oder per Telefon unter 0351/318900.

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